Karpfenangeln im Herbst – Die Kante geben

Die Kante geben ! - Karpfenangeln im Herbst

Herbstzeit – Karpfenzeit

Herbstzeit - Karpfenzeit

Herbstzeit - Karpfenzeit

Alles fing an einem „wunderschönen“ Dienstag Morgen auf der Arbeit und Gedanken ans Karpfenangeln an. Ich dachte mir: „Am Wochenende musst du unbedingt ans Wasser zum letzten Karpfenangeln im Herbst!“. Ich hatte fast Feierabend und ich schrieb meinem besten Angelkumpel „René“ eine SMS, ob er Lust hat mit mir in den Angelshop zu fahren um paar Besorgungen für den bevorstehenden Angeltrip auf Karpfen zu machen. Er sagte zu und wir fuhren zusammen Boilies, Pellets, Hanf und Mais kaufen, weil meine Vorräte an selbst gerollten Boilies und diverse andere Karpfenköder am Ende des Jahres nach vielen Angelsessions auf Karpfen immer zunichte gehen. Am Dienstag Abend wurden die Karpfenköder vorbereitet – dazu Mais + Hanf im Eimer mit kochendem Wasser aufgeschüttet, damit unsere Karpfenköder über Nacht schön aufweichen konnten für die bessere Verdaulichkeit der Karpfen. Beachtet den Futtereimer nur zu max. 2/3 mit Körnern zu füllen, weil sie ihr Volumen fast verdoppeln, wenn Wasser aufgesaugt wurde (Faustregel 2/3 Partikel dafür voll Wasser!!). Wir nehmen gerne viel Hanf, denn Karpfen sind verrückt nach kleinen schwarzen Körnern u. unsere Fänge beim Karpfenangeln mit Hanf sind meistens besser!

Mittlerweile war es Mittwoch Nachmittag und die Partikel zum Karpfenangeln mussten noch durchgekocht werden, bevor wir mit dem Anfüttern und Karpfenangeln beginnen konnten. Ich füllte also alle Körner in 2 große Töpfe und lies den Mais und Hanf ca. 25 – 35 Minuten unter gelegentlichem umrühren kochen. Man kann am Hanf erkennen, ob die Kochdauer ausreichend ist und zwar wenn das Hanfkorn seinen weißen Keim zeigt. Dann ist Hanf genau richtig zum Anfüttern auf Karpfen! Also wieder und immer wieder Wasser nachfüllen, da die Hanf Körner sehr viel Flüssigkeit beim Kochvorgang aufnehmen. Man sollte immer darauf achten, Partikel mit genügend Wasser zu überdecken, damit sich kein Schimmel bildet. Ein kleiner Tipp am Rande: Mais kann man auch gären lassen. Dieser Vorgang dauert so ca. 2-3 Tage je nach Temperatur (in der Sonne und nem schwarzen Eimer geht’s am schnellsten), indem man ihn einfach nach dem Kochen stehen lässt. Kapitale Karpfen stehen voll drauf! Aber diesmal war dafür keine Zeit mehr also mussten die Körner so ins Wasser zum Anfüttern auf Karpfen.

Donnerstag morgen .. ja Donnerstag morgen, ich liege im Bett und meine Gedanken drehen sioch nur noch ums Karpfenangeln, mache die Augen auf und denke nur was zum Teufel ist das denn jetzt???  Totale Hals-, Glieder- und Kopfschmerzen. Na Toll! Auf der Arbeit nur Tee getrunken und irgendwie versucht bis Freitag (also Morgen) gesund zu werden, um nochmal zum Karpfenangeln im Herbst an Wasser zu kommen.

Bunte Mischung Karpfenköder

Bunte Mischung Karpfenköder

Abends war ich dann mit Lotrute, einem Eimer mit Futter (Scopex Boilies, Herings&Heilbutt Pellets, bisschen Frolic, Mais, Hanf), Futterschaufel und 2 Angelkumpels am See … natürlich immer noch Krank :-( .. da es einen ziemlichen Wetterumschwung gab, beschloss ich mich in die tiefere Hälfte des Sees zu begeben und mir eine Kante in Ufernähe zu suchen, um dort meine Karpfenköder für das morgige Karpfenangeln zu platzieren. Ich musste nicht lange Loten, da ich den See und die Stellen für Karpfen ziemlich genau kenne. Direkt vor einem überhängendem Baum war in ca. 15 Meter Entfernung eine deutliche Kante, die langsam von ca. 1,5 Meter auf ca. 4 – 5 Meter abfiel. Vor der Kante war eine etwas dickere Krautbank, aber dahinter war fester und freier Grund. Perfekt -die ideale Angelstelle zum Karpfenangeln im Herbst war gefunden! So danach wurde noch schnell gefüttert, um die Karpfen an unsere Angelköder und die Angelstelle zu gewöhnen. Ich füttere beim Karpfenangeln meist etwas großflächiger, damit die Karpfen lange am Futterplatz suchen müssen und sie auch nicht so misstrauisch gegenüber dem Futterplatz sind. Mit der Futtermenge beim Karpfenangeln muss jeder etwas experimentieren, aber da es Oktober ist und wir wissen, dass Karpfen sich jetzt Winterspeck anfressen, entschied ich mich für etwas mehr Futter. Danach also schnell wieder ab nach Hause und weiter Tee trinken, um für das morgige Karpfenangeln wieder fit zu sein. :-D

Freitag morgen … ja Freitag morgen, ich liege im Bett, träume von Karpfen – mache die Augen auf und denke nur warum zum Teufel ist es jetzt noch schlimmer??? … zu den Beschwerden von gestern kam jetzt noch ein ordentlicher Husten sowie ein gepflegter Schnupfen dazu. Nicht das mir die Grippe schon reichen würde, fing es auch noch an zu regnen, als ich aus dem Fenster schaute. Egal ich wollte zum Karpfenangeln gehen, hatte am Vortrag gut angefüttert. Also irgendwie den Tag auf der Arbeit gemeistert, ab nach Hause. Dort angekommen wurde schnell gegessen, geduscht, die Sachen zum Karpfenangeln gepackt u. auf den Weg zum See zum Angeln auf Karpfen gemacht.

 

Als ich an meiner Angelstelle ankam, fing ich sofort an mein Zelt aufzubauen – dachte: „Wenigstens ist es grad nicht am Regnen!“ was ich so gefühlte zehn Sekunden später schon bereut hab, denn es fing natürlich (wie sollte es auch anders sein) wieder zu regnen an. Während des Aufbauens des Karpfentackles kam meine Freundin vorbei:„Das du so Krank bei so einem miesen Wetter hier sitzen musst, du bist echt verrückt!“ Ja das bin ich – nach Karpfen!!! Ich sagte nur: „Ich hab trotz der ganzen Umstände ein gutes Gefühl beim Ansitz auf Karpfen.“ Nachdem alles aufgebaut war, der Platz gefüttert sowie meine Karpfenruten ausgeworfen, brachte ich meine Freundin zum Auto, denn es war mittlerweile dunkel. Das eigentliche Karpfenangeln konnte beginnen. Zurück am Platz angekommen, piepte der Bissanzeiger der linken Karpfenrute mal … ein Zeichen für Karpfen Aktivität am Platz. Später kamen noch 2 Angelkumpels aufn Bier vorbei u. wir saßen noch bisschen am gemütlichen Gaskocher-Feuer und warteten auf den ersehnten Karpfenbiss.

Cream Pop Up Boilies

Cream Pop Up Boilies

Karpfenköder: Cream Pop Up Boilies… immer einen Versuch auf Karpfen wert

Morgens wurde ich im Zelt wach, es war schon hell und schaute aus dem Zelt auf die Swinger, die ganze Nacht keine richtige Karpfen Aktion bis auf paar einzelne Pieper an der linken Karpfenrute. Ziemlich enttäuscht u. von der Kälte gequält, wollte ich grad das Zelt wieder zumachen als der Pieper sich meldete – zeitgleich der Swinger hoch zur Rute schnellte. .. RUN … schnell Watstiefel an … Plötzlich hing der Swinger durch – der Karpfen Biss war vorbei. Toll eine Aktion und dann auch noch ausgestiegen … was für eine verdammte ******* … Ich war etwas sauer, aber so ist das halt beim Karpfenangeln manchmal … wenigstens liefen die Karpfen trotz Wetterumschwung.. oder was heißt die Karpfen -einer um genau zu sein. Egal! Die Karpfenrute wurde neu bestückt (mit einem sinkenden gedippten Scopex – Boilie) und wieder auf den Futterplatz damit. Ich sparte mir das Nachfüttern, weil ich der Meinung war das dort noch genügend Futter von gestern für die Karpfen liegen musste. Nach einer kurzen Beruhigungs-Phase beschloss ich noch ein kleines Nickerchen zu machen und von einem Full-Run und fetten Karpfen zu träumen. Als auf einmal die Funkbox: Pieeeeeeepieeeeeeeeep…. Hmm das war ja kein Traum also wieder Stiefel an und Karpfenrute aufnehmen … Wiederstand … Yes! „Diesmal hängt unser Karpfen so wie es sein sollte“ … nach einer Weile Pumpen kam der Karpfen direkt vor mir an die Wasseroberfläche … aber als er den Kescher sah, wollte er irgendwie nicht mehr zu mir und zog ohne Probleme um 40 – 50 Meter Schnur von der Rolle. Nach weiteren 5 Minuten Drill-Aktion lag der Karpfen im Kescher … jawohl so macht Karpfenangeln Spaß :-) … Ein guter schöner Spiegelkarpfen den ich auf über 30 Pfund schätzte, was mir die Waage danach auch bestätigte, genau 31 Pfund hatte dieser Karpfen.

31 Pfund Spiegelkarpfen

31 Pfund Spiegelkarpfen

So schön kann Karpfenangeln sein.Ich war Happy und der Karpfen wieder im Wasser, danach dachte ich noch: „Da hat es sich ja doch noch gelohnt zum Karpfenangeln zu gehen“. Über den Tag wollte sich kein Karpfen mehr bei mir sehen lassen, dafür umso mehr Jäger die rund um den See wie die wilden rumgeballert haben (schon ein komisches

31 Pfund Spiegelkarpfen -andere Seite

31 Pfund Spiegelkarpfen -andere Seite

Gefühl die Schrot-Flinte direkt hinterm Zelt losgehen zu hören)  - außer einem
Brassenbiss war es das dann auch schon wieder mit dem Samstag, dafür leider nicht mit
dem Regen. Am Abend wurden noch die Karpfenruten neu beködert (eine Karpfenrute mit einem hellen Pop up Boilie, eine wieder mit dem Erfolgsköder des Tages dem gedippten Scopex – Boilie), die Futterstelle für Karpfen neu bewirtschaftet und die Karpfenruten ausgeworfen. Es war sehr Kalt, nur noch 3°C sollte es die Nacht werden, also beschloss ich Sonntag gegen Mittag auch wieder einzupacken. Voller Hoffnung das noch ein Karpfen laufen könnte, legte ich mich ins Zelt um zu schlafen. Früh morgens gegen 6 Uhr, es war noch Dunkel … kam mir ein Geräusch sehr bekannt vor, es war meine Funkbox und diesmal die andere Karpfenrute, die mit dem Pop up Boilie. Watstiefel – Anschlag – Drill …Nein!

19 Pfund Schuppenkarpfen

19 Pfund Schuppenkarpfen19 Pfund Schuppenkarpfen - andere Seite

Sehr schöner Drill ums genau zu formulieren. Auf der Abhakmatte lag ein starker Schuppenkarpfen mit glatten 19 Pfund und ich freute mich tierisch, dass sich trotz der kalten Nachtnoch ein Karpfen bei mir gezeigt hat und die Nacht beim Karpfenangeln erfolgreich verlief.

Gegen Mittag packte ich mein ganzes Karpfentackle – nass – ein und machte mich Richtung Nachhause mit einem schöne Erlebnis beim Karpfenangeln im Herbst. Auf dem Heimweg lies ich das Wochenende und die Karpfen noch einmal Revue passieren und musste grinsen, denn solch ein verrücktes Wochenende beim Karpfenangeln hatte ich schon lange nicht mehr. Trotz des Wetterumschwungs, Jägern, Regen und Krankheit hatte ich ein schönes Wochenende und konnte sogar zwei Karpfen ein Fotoshooting anbieten.
Fazit: Man kann sich ruhig mal mit dem ein oder anderen Karpfen beim Karpfenangeln im Herbst die Kante geben ;-) … denn oft werden die Uferbereiche beim Karpfenangeln einfach übersehen und so produktive Kanten mit jeder Menge natürlicher Nahrung für Karpfen ignoriert oder durch Gewaltwürfe nie ausfindig gemacht. Mein Tipp: Loten und Beobachten steht beim gezielten Karpfenangeln im Herbst an erster Stelle!
Viele Grüße & Fangt was Dickes!!!
Euer Karpfenangeln Tricks Angelteam (Angelbericht von Andreas)